Energieverbrauch im Privathaushalt

Energiekosten im Privathaushalt

Was ist Mieterenergie?

Fast 40% des bundesdeutschen Energieverbrauchs findet im Gebäudesektor statt1. Ein hoher Anteil, in dem ein ebenso großes Potential für Einsparung und Optimierung steckt. Mieterenergie steht dabei für die dezentrale Bereitstellung von Wärme, Wasser und Strom und damit die ganzheitliche Betrachtung aller Energieflüsse im Gebäude.

Mieterstrommodelle konzentrieren sich ausschließlich auf die lokale Elektrizitätsversorgung. Der Stromverbrauch bietet allerdings mit etwa 15% Anteil am durchschnittlichen Energieverbrauch im Privathaushalt deutlich weniger Einsparpotential als die Wärme mit über 80%. Auf der anderen Seite liegt der Strompreis weit über den Kosten für die Wärmeerzeugung: Mit durchschnittlich 28,83 Ct/kWh war er in 2014 beispielsweise etwa viermal so hoch wie der Preis für Erdgas mit 7,03 Ct/kWh.2

Aus Sicht der Energieeffizienz ist deshalb eine intelligente Verknüpfung von Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung der Hauptansatzpunkt für Effizienzsteigerung. Und damit sowohl für Kostensenkung als auch für die Energiewende.

Intelligente Messtechnik hilft dabei, die richtigen Entscheidungen bei der Modernisierung im Gebäudebestand zu treffen. Es ist sinnvoll, schon vor der Modernisierung das Bedarfsprofil des Objekts zu kennen. So lässt sich am besten entscheiden, welche Anlagen optimal zu den Verbräuchen passen und
wie sie richtig eingestellt werden.

Durch das smart metering werden außerdem die realen Verbräuche für die Nutzern zugänglich. Sie lernen so einzuschätzen, was sie verbrauchen und wo Einsparpotentiale sind. Allein durch diese neue Transparenz lässt sich der Energiebedarf um 10-30% reduzieren.

1Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

2Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Gesamtausgabe der Energiedaten, letzte Aktualisierung 12.10.2015)

Welche Modelle gibt es?

Objektversorgung
Ein Contractor betreibt die Anlagen im Objekt. Er verkauft die Energie an den Eigentümer, der sie gesammelt in der Betriebskostenabrechnung mit seinen Mietern verrechnet.

Mehr Informationen zur Objektversorgung
Direktversorgung
Als Betreiber der Anlagen wird eine GmbH oder GbR gegründet, die direkt mit den Mietern Verträge schließt und sämtliche Energiekosten abrechnet. Dieses Modell wird häufig bei Mieterstromprojekten angewandt.

Mehr Informationen zur Direktversorgung
Eigenstrom - Strom als Betriebskoste
Hier ist der Anlagenbetreiber der Eigentümer der Immobilie. Er hat mit seinen Mietern zusätzlich den Strom als Betriebskoste im Mietvertrag vereinbart.

Mehr Informationen zum Eigenstrom

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Kostenvorteil als Anreiz

Neben den Ersparnissen aus besonders effizienten Anlagen, die Strom- und Wärmeproduktion verbinden, ergeben sich zusätzlich finanzielle Vorteile durch die wirkliche Direktvermarktung des Stroms. Es entfallen u.a. das Netznutzungsentgelt, die Stromsteuer sowie die Konzessionsabgabe – bei ausschließlichem Eigenverbrauch außerdem noch die EEG-Umlage und die Umsatzsteuer.

Im Diagramm sehen Sie die aktuelle Zusammensetzung des durchschnittlichen Strompreises für private Endverbraucher. Bei lokal erzeugtem Strom fallen entsprechend mehrere Posten weg, dafür muss mit geringfügig höheren Gestehungskosten gerechnet werden.

Unterm Strich profitieren damit einerseits die Nutzer vom günstigen Preis für grüne Energie und andererseits erhält der Anlagenbetreiber über die Direktvermarktung eine höhere Vergütung als den EEG-Einspeisetarif. Mieterenergie ist damit nicht nur der klimafreundlichste, sondern auch einer der günstigsten Wege, Verbraucher mit Erneuerbaren Energien zu versorgen.

Fragen bei der Umsetzung

In Bezug auf die Umsetzung ergeben sich in puncto Wärmeversorgung kaum Fragen. Zentrale Heizanlagen sind seit Jahrzehnten Standard und haben in der Heizkostenverordnung ihren gesetzlichen Rahmen. Der Mieterstrom ist dagegen eine neue Praxis, die zunächst einige Fragen aufwirft.
Reststrom
Je nach Erzeugungsanlagen wird ein individuelles Messkonzept nach den Vorgaben der VBEW erarbeitet. Da im Unterschied zur Wärme die Stromversorgung selten komplett autark gewährleistet werden kann, wird der zusätzlich benötigte Reststrom aus dem Netz zugekauft. So bleibt bei Überproduktion auch die Einspeisung möglich. Entscheidend ist, dass der Mieterstrom nicht durch das öffentliche Netz fließt, sondern innerhalb des Gebäudes verbraucht wird. Damit entfallen Netzentgelte, Konzessionsabgaben und Stromsteuer, was den Mieterstrom finanziell attraktiv macht.
Rechtlicher Rahmen
In Deutschland hat jeder Verbraucher die Wahlfreiheit seines Stromversorgers. Im Fall der Mieterstroms entscheidet er sich schlicht für den Strom, den der Betreiber der lokalen Anlage in seinem Haus ihm anbietet. Je nach Mieterenergiemodell wird dazu ein Vertrag geschlossen oder die entsprechende Klausel zur Umlage im Mietvertrag aufgenommen. Sollte ein Bewohner des Objekts einen anderen Stromversorger bevorzugen, stellt das kein Problem dar. Durch die bilanzielle Durchleitung wird der entsprechende Verbrauch errechnet und ein Wechsel ist jederzeit ohne technische Umrüstung möglich.

Hellas Schmierzettel mit Gedanken zur Mieterenergie

• Strom als Betriebskoste: Wir gehen davon aus, dass es in Zukunft analog zur Heizkostenverordnung
  eine Stromkostenverordnung gibt. Durch eine entsprechende Regelung im Mietvertrag ist diese
  Handhabung auch jetzt schon möglich.

• Durch Transparentmachung der realen Verbräuche lassen sich Einsparungen zwischen 10 und 30 %   erreichen: Informiert eure Nutzer!

  Siehe Modellstudie der dena zu bewusstem Heizverhalten durch regelmäßige Verbrauchsinformationen:

  Und Studie zu den Auswirkungen der verbrauchsabhängigen Abrechnung:
  Studie der Technische Universität Dresden

• Intelligente Messtechnik hilft dabei, die richtigen Entscheidungen bei der Modernisierung im
  Gebäudebestand zu treffen.
  Mehr zu den Möglichkeiten inteligenter Messtechnik wissen die MESSHELDEN.

• Durch intelligente Erzeugung im Objekt lassen sich Gebäude optimieren und werden letztendlich
  auch zum Energielieferanten
.

• Lokale Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien ist die klimafreundlichste Form, wie wir unseren
  Bedarf an Strom und Wärme decken können.

• Mieterenergie steht für die ganzheitliche Betrachtung aller Energieflüsse im Gebäude. Im Gegensatz
  zum Mieterstrom werden hier alle Medien, also auch Wasser und Wärme, miteinbezogen.

• Jährliche Ausgaben für Wärme pro m2 Wohnfläche: 11,31€ und viele weitere spannende Daten rund
  um Energieverbrauch:

  Gesamtausgabe der Energiedaten des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.